Projektorganisation

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gurlt
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Re: Projektorganisation

Beitragvon gurlt » 29.11.2019, 13:56

Hoffentlich habe ich mich verständlich ausgedrückt
Hi,

so ganz habe ich es noch nicht verstanden.
Wir reden jetzt nicht darüber an einigen Stellen das Bild zum Ton (fest) um z.B. einen Frame nach vorn oder hinten zu verschieben, sonder tatsächlich um eine Art "Zeitlupe", bzw. "Zeitraffer"?

Prinzipiell würde ich denke, dass Du in Edius sowas mit Bordmitteln über Menü > Clip > Zeiteffekt > Zeit neu zuordnen hinbekommen kannst. Hier müsstest Du dann nur ausprobieren, welche Art der Zwischenbildberechnung das jeweils beste Ergebnis bringt.


Die Frage die sich mir stellt ist aber, warum das notwendig sein sollte und ob Du Dir auch bewusst bis, was das eigentlich bedeutet.
Zumal Du vorher schreibst, eine Genauigkeit von 1 Takt !!! wäre ausreichend (hier wirst Du sicherlich nicht einen musikalischen Takt meinen, denn das wäre eine sehr große Abweichung). Vermutlich meinst Du 1 Frame, denn im NLE wäre das ja zunächst einmal der kleinste möglich Schritt.

Notwendigkeit -
sofern Du bei den Audioaufnahmen keinen Fehler machst (z.B. unterschiedliche Sample-Rate 44,1 kHz/48 kHz, oder Verwendung von .mp3) sollten die Abweichungen der einzelnen Geräte untereinandereigentlich vernachlässigbar gering sein.
Bei über die lange Aufnahmedauer evtl. doch bemerkbare Abweichungen der verschiedenen Audio-Aufnahmen wären dann m.M. nach eher eine "Nachjustierung" der Tonspuren vorzunehmen, als eine "Geschwindigkeitsanpassung" des Videos.
Es gibt aber natürlich auch Programme für die Audiobearbeitung, die eine "Zeitänderung" des Audiomaterials vornehmen können.

Wenn das Bild jetzt irgendwo nicht passt, würde ich eher auf einen Fehler bei der Synchronisation der Spuren tippen, der sich dann aber durchgehend, oder zumindest doch über einen längeren Zeitraum bemerkbar macht.
Auch hier sollte dann evtl. das bildweise Verschieben des Clips +/- 1 Frame eigentlich helfen.


Auswirkung -
wenn Du also tatsächlich einen Zeiteffekt auf das Bild anwenden möchtest, würde das je nach Verfahren bedeuten, dass Du Bildwiederholungen, oder (bei "optischer Fluss") eine Neuberechnung des Bildinhaltes in Kauf nehmen musst. Dadurch könntest Du Dir im schlimmsten Fall "Ruckeln", oder Geisterbilder einhandeln.



Oder nimmst Du etwa das Bildmaterial in unterschiedlichen Bildraten ( z.B. 50 und 60 fps) auf und willst das anpassen?
Dann wäre mein Rat, vermeide solche Aufnahmen. Verwende alle Kameras mit einheitlicher Bildrate.

Wenn es wirklich nicht anders geht, dann passt Edius die von den Projekteinstellungen abweichenden Bildraten des Quellmaterial automatisch an. Hier müsstest Du dann (wie oben beim Zeiteffekt beschrieben) nur sehen, welche Berechnungsmethode das beste Ergebnis bringt.



Aber vielleicht habe ich Dich ja auch völlig Missverstanden.

Gruß
Peter

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gurlt
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Re: Projektorganisation

Beitragvon gurlt » 29.11.2019, 15:19

Anderer Gedanke -

welche Hardware nutzt Du für die Audiowiedergabe?

Wenn das z.B. über den OnBoard-Sound läuft, kannst Du Dich sowieso kaum darauf verlassen, dass der Ton beim Schnitt 100%ig stimmt.

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Re: Projektorganisation

Beitragvon Wolfram » 29.11.2019, 17:40

Danke Dir, Peter, für Deine Ausführungen. Sie treffen meine Wünsche nicht.
Wenn ich später am System bin, erläutere ich erneut.
Gruß, Wolfram

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Re: Projektorganisation

Beitragvon Wolfram » 30.11.2019, 05:36

back@home:
Das Szenario: Es wird verabredet, dass vom Orchester X und dem Dirigenten Y „Tristan XS“, Konzert mit 2 Solostimmen (Tenor und Sopran)gespielt wird. Zu diesem Konzert gehört die Videoprojektion von Bildern, passend zur Musik. Die im Premierenkonzert aufgenommene Videospur, also ohne Ton, ist diese Projektion. Sie enthält also die künstlerische Mischung und Abfolge abstrakter Bildet passend zur Musik.
Da nun jeder Dirigent sein eigenes Tempo hat, kann ich also nicht den Film mit Heben des Taktstockes einfach starten, sondern muss das Tempo, sozusagen on the fly, anpassen.
Schön wäre es, an einem device zu sitzen und mit einem Regler die „Projektionsgeschwindigkeit“ anpassen zu können.
Oder in anderen Worten: Da die exakte Dauer des Konzertes nicht vorher definiert ist, kann ich auch nicht die Laufzeit durch neue Zeitzuordnung neu rendern.
Besser verständlich?
Gruß, Wolfram

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Re: Projektorganisation

Beitragvon gurlt » 30.11.2019, 10:23

Ok,

das ist ja etwas anderes.
Denn hier handelt es sich ja nicht um eine ansonsten synchrone, weil gleichzeitig entstandene Aufnahme eines Ereignisses, sondern um Bilder, die zu einer ganz anderen Zeit und bei einem ganz anderen Ereignis entstanden sind.

Wenn ich Dich jetzt richtig verstehe, dann sollen
- diese vorher aufgenommen Bilder dann während des/der Konzerts/e live auf einer Bildwand abgespielt werden;
- und Du willst dann versuchen diese Aufnahme synchron zu dem grade stattfindenden Ereignis (Dirigent) auszusteuern?

Sorry, aber das würde (m.E.) niemals klappen.
Es scheitert allein schon daran, dass Du ja erst reagieren kannst, wenn das eigentliche Ereignis (z.B. Heben des Taktstocks) schon stattgefunden hat.
Hinzu kommen die Zeit für Berechnung und Übertragungswege. Außerdem kannst Du die Abweichung zu dem aufgenommenen Material ja nur grob abschätzen und müsstest ständig nachsteuern.

Hier dürfte die einzige vernünftige Möglichkeit sein, dass Du bei dem Konzert entsprechende Live-Kameras aufbaust, die das Bild in Echtzeit auf die Wand übertragen.
Über einen Live-Produktionsmischer (z.B. von BMD) kannst Du dann zwischen den Kamerabildern umschalten, oder eine "Konserve" (= die Folge abstrakter Bilder) zwischendurch einzuspielen.



Gruß
Peter

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Re: Projektorganisation

Beitragvon Wolfram » 30.11.2019, 11:14

Sorry Peter, so ganz ist es immer noch nicht getroffen.
In dem Original-Konzert wurden Bilder nach Partitur und vorher geübten Einstellungen gemischt und live zum laufenden Konzert auf den Beamer gegeben. Dieser Vorgang wurde als Film gecaptured.
Bei zukünftigen Konzerten möchten wir es nun einfacher haben. Den ganzen Film z.B. in 10 clips zu teilen. Clip1 auf eine Spur A im Produktionsmischer legen, analog clip2 nach Spur B. Dann möchte ich gerne live, nach Gehör die Überblendung von A nach B vornehmen.
Eine Lösung könnte in EDIUS so aussehen, die allerdings nicht befriedigens ist:
Ich lege die 10 clips auf 10 Spuren, in Multicam liegt der Master am HDMI-Ausgang der BlackMagic, also am Beamer. Jetzt kann ich live durch Tastendruck umschalten; aber wie würde man weiche Überblendungen bekommen?
Gruß, Wolfram

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Re: Projektorganisation

Beitragvon gurlt » 30.11.2019, 12:31

Da ist ein NLE m.E. der falsche Ansatz.

Diese Steuerung - einschließlich Blenden - müsste über den Produktionsmischer laufen.


Aber vielleicht hat ja noch jemand anderes eine Idee.

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Re: Projektorganisation

Beitragvon Wolfram » 30.11.2019, 12:56

Ich danke Dir für Deine Mühe. :loveit:
Vielleicht kommt noch die eine oder andere Anregung :roll:
Gruß, Wolfram

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Re: Projektorganisation

Beitragvon Franz Natter » 01.12.2019, 12:24

Hallo,

wie sieht das aus wenn man am Anfang A ein Ausgang-Blend und beim B Eingangs-Blende setzt und so weiter.
Die Blenden kannst Du nach Zeit einrichten.

Gruß Franz
Gruß Franz

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Re: Projektorganisation

Beitragvon Wolfram » 01.12.2019, 14:19

Hi Franz, Dank für die Anregung, aber:
Konzert läuft live, ich höre, starte clip1, alles schön, nun wird der Dirigent langsamer, mein clip1 wird bis zum kritischen Punkt nicht mehr reichen, möchte ihn also strecken (langsamer laufen lassen), kann ihn also nicht stoppen, um eine neue Zeitzuordnung zu geben, da wir ja in einem live-Prozess sind.
Ich glaube inzwischen auch nicht, dass eine NLE-Lösung zielführend ist, sondern eher ein Mischer. Dieser müsste aber mindestens in 4 Spuren unabhängig voneinander clips abspielen können. Mischer mit Standbildern sind mir bekannt, aber mit Videoclips nicht.
Gruß, Wolfram

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Re: Projektorganisation

Beitragvon Franz Natter » 01.12.2019, 17:18

Hallo Wolfram,

da ist mir was ein gefallen.Überspiele Super 8 auf Video und dabei muss ich ab und zu den Regler betätigen für die Geschwindigkeit wegen den Ton.
So ein Regler oder Dimmer,in dieser Richtung,dazwischen bauen.
Fachmann suchen der auch Projektor zerlegen und wieder ein neues Gerät zusammen bauen die haben größtenteils die Sachen.

Franz
Gruß Franz

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Re: Projektorganisation

Beitragvon gurlt » 01.12.2019, 18:32

Hi Wolfram,

ich hatte doch schon die Mischer von BMD ins Gespräch gebracht.
Vielleicht würde Dir ja sogar der ATEM Mini ausreichen.

Gruß
Peter


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